Kündigungsfristen

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Im Mietrecht gelten für den Mieter und den Vermieter unterschiedliche Kündigungsfristen. Im Mietvertrag kann jedoch auch ein befristeter Kündigungsausschluss vereinbart werden.
Die Kündigungsfristen für Mieter und Vermieter einer Wohnung sind im Mietrecht unterschiedlich geregelt. Bei den Kündigungsfristen gibt es im Mietrecht zweierlei Maß - sie sind für Mieter und Vermieter unterschiedlich lang.
  1. Mieter können immer mit einer Frist von drei Monaten die Kündigung aussprechen. Dabei gilt: Der Mieter kann spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ende des übernächsten Monats die Kündigung aussprechen.
  2. Für den Vermieter sind die Fristen gestaffelt und richten sich danach, wie lange der Mieter schon in der Wohnung wohnt:
  • bis fünf Jahre: drei Monate
  • bis acht Jahre: sechs Monate
  • über acht Jahre: neun Monate

Generell gilt: Der Mieter muss keinen Grund angeben, warum er kündigt. Der Vermieter hingegen kann nicht einfach so kündigen, sondern braucht einen gewichtigen Grund - beispielsweise Eigenbedarf).

Laut eines Urteils des Bundesgerichtshofs (Az VIII ZR 27/04) kann aber vertraglich im Mietvertrag vereinbart werden, dass der Mieter befristet auf sein Kündigungsrecht verzichtet. Eine solche Vereinbarung im Formularmietvertrag ist jedoch wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters unwirksam, wenn die Dauer des Kündigungsverzichts mehr als vier Jahre beträgt. Bei individuellen Vereinbarungen zwischen Mieter und Vermieter erachtete der Bundesgerichtshof allerdings auch einen Kündigungsverzicht von fünf Jahren für wirksam.

Quelle: Immowelt